Dekra: Autobahnbaustellen sind gefährlich

Baustellen auf den Autobahnen bedeuten immer eine Gefahr. Auch Autofahrer fürchten sich vor Autobahnbaustellen. Nach dem aktuellen Crash-Test in der Schweiz möchte Dekra mehr Rüttelstreifen, Anpralldämpfer, mobile Leiteinrichtungen und regelmäßige Prüfung.

 

Nach den aktuellen Crash-Tests in der Schweiz ist die Dekra mit den deutschen Verhältnissen gar nicht zufrieden. Besonders beunruhigend sind die Autobahnbaustellen und die Unaufmerksamkeit der Autofahrer. Überhöhte Geschwindigkeit, zu nahes Aufschließen, alkoholischer Einfluss und Unaufmerksamkeit sind weiterhin die primären Verursacher von Autobahnunfällen. Dies bedeutet aber nicht, dass Autobahnen gefährlicher als Landstraßen oder Innerorts sind. Statistisch gesehen ist eine Autobahnstrecke viel sicherer als andere Verkehrsmöglichkeiten. Trotzdem denkt Dekra, dass die Autobahnstellen das Unfallrisiko unheimlich erhöhen und diese Stellen doch viel gefährlicher als Landstraßen bzw. der Stadtverkehr sind. Auch Autofahrer teilen diese Meinung: Laut einer Dekra-Anfrage vor 3 Jahren fühlen sich Autofahrer an Baustellen nicht sicher. 46 Prozent aller Fahrer denken, dass eine solche Baustelle gefährlich ist, 17 Prozent fürchtet sich sogar vor der Einfahrt. Die Statistiken untermauern diese Angst: 7 Prozent aller Autobahnunfälle passieren an Autobahnbaustellen.

 

Mehr Anpralldämpfer und Rüttelstreifen
Dekra möchte das schweizerische Muster folgen und mehr Anpralldämpfer bzw. Rüttelstreifen auf den deutschen Autobahnen sehen. Laut Jörg Ahlgrimm, Sachverständiger und Unfallanalyser von Dekra erfüllen Anpralldämpfer an Signalwänden eine lebensrettende Funktion. Sie sind in der Schweiz im Gebrauch, in Deutschland benutzt man Anpralldämpfer weniger. Man könnte damit die unaufmerksamen Autofahrer schützen. Gegen Unaufmerksamkeit können auch Rüttelstreifen nützlich sein: Dank dieser Streifen können Fahrer mit weniger Aufmerksamkeit gewarnt werden um einen möglichen Unfall zu vermeiden.

 

Verantwortung der Baufirmen sind auch groß
Ahlgrimm sind mit den Überleitungen auf die Gegenfahrbahn und den Einfahrten in der Baustelle auch nicht zufrieden. Hier betont er die Verantwortung der Baufirmen – Laut ihm sollten die Unternehmen besser aufpassen und die Fahrbahnmarkierungen regelmäßiger prüfen. Die Fahrbahnen sollten mit mobilen Leiteinrichtungen getrennt werden. Dies ist auch deshalb ganz wichtig, weil die deutsche Infrastruktur sich ständig entwickelt: Derzeit gibt es mehr als 400 Baustellen im ganzen Land, die meisten sind mehr als 20 Kilometer lang, aber es gibt auch 45 Kilometer langen Autobahnbaustellen.
Vorsicht beim Fahren!